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Renaissance in Ungarn


Epoche der Wiedergeburt in Ungarn


2008 begeht Ungarn das Jahr der Renaissance. Dafür gibt es einen bedeutenden geschichtlichen Hintergrund: vor 550 Jahren hat Mátyás Hunyadi, König Matthias Corvinus der europaweit geschätzte ungarische König und legendärer Mäzen der Renaissancekunst und Wissenschaft, den Thron bestiegen.

In der Renaissance wurden Ideen, Gefühle und Anschauungen geboren, die wir heute als europäische Werte schätzen. Die Renaissance ist viel mehr als ein Kunststil: ein Lebensgefühl, eine Entdeckung, eine Initiative, moderne Denkweise, eine Kunstphilosophie, eine Weltanschauung, reformatorische Geistigkeit, Offenheit.

Das ungarische Kulturleben wird neu geboren mit vielfältigem Programm in Museen, in der Gastronomie und während der Festivals!

König Matthias (1458-1490)

Renaissance in Ungarn

Drei Etappen der Renaissance in Ungarn

Etappe der Renaissance in Ungarn I.

Etappe der Renaissance in Ungarn II.

Etappe der Renaissance in Ungarn III.

König Matthias

Matthias Corvinus (1443-1490) war der erste König (1458-1490), der nicht aus dem ungarischen Arpadenhaus stammte. Er war der Sohn des Türkenbezwingers János Hunyadi und Erzsébet Szilágyi.

Unter seiner Herrschaft erreichte der ungarische Staat seine Blütezeit.
Matthias baute ein starkes, zentralisiertes Regierungssystem aus, führte Finanz- und Steuerreformen durch und stellte eine ständige Armee auf. Statt der Großgrundbesitzer unterstützte er den Stand des mittleren Adels und betrieb eine aktive europäische Politik. 1469 wurde er zum König von Böhmen gekrönt, dann besetzte er Niederösterreich.

Zahlreiche Sagen erinnern an ihn, die Volksdichtung erwähnt ihn als "Matthias den Gerechten".

Im Jahre 1474 hatte Matthias die Tochter des Königs von Neapel, Ferdinand I, Beatrix von Aragón (16. November 1457 Capua - 23. September 1508 Neapel) verlobt, dann geheiratet. So kam der Kontakt zum Verband zustande, dessen Herrscher in ihren Höfen die größten Maler, Bildhauer und Architekten der Frührenaissance beschäftigten.

Auf den Humanismus hatte höchstwahrscheinlich Janus Pannonius, der damalige Bischof von Pécs den König  aufmerksam gemacht.

Dank seiner humanistischen Ausbildung sprach König Matthias  mehrere Sprachen und war gebildeter als die damaligen Aristokraten.

Der Hof des größten Renaissanceherrschers von Mitteleuropa war ein künstlerisches Zentrum des Humanismus, seine Büchersammlung - Bibliotheca Corviniana -  bestand aus ca. 2.500 Bänden.

Ihre große Bedeutung beruht nicht zuletzt darauf, dass der humanistisch gebildete Matthias Corvinus gezielt Handschriften verschiedener Wissensbereiche gesammelt und sogar selbst in Auftrag gegeben hat. Überwiegend in Italien ließ er lateinische Texte in ausgesuchter humanistischer Buchschrift auf Pergament schreiben und qualitätvoll illuminieren, während er – ebenfalls in Italien – wertvolle griechische Handschriften aus Byzanz erwarb.

Untergebracht im Palast von Buda, wurde die Bibliothek nach dem Tod des Königs im Jahr 1490 und der Eroberung Budas 1541 in alle Welt zerstreut.

Charakteristisch für die Bibliotheca Corviniana sind die meist prachtvollen Illuminierungen der Handschriften mit eingezeichnetem Wappen des Königs, die mit Gold gezierten Ledereinbände und die Samt- und Seideneinbände, was heute eine weitgehende Rekonstruktion seiner Bibliothek ermöglicht.

So können weltweit 232 dieser Corvinus-Handschriften in nahezu 50 Bibliotheken nachgewiesen werden. Die meisten von denen befinden sich in der Széchényi Nationalbibliothek Budapest (53 Exemplare), der Österreichischen Nationalbibliothek Wien und der Biblioteca Estense Modena befinden.

Die Bayerische Staatsbibliothek in München bewahrt acht, die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel neun Corvinen-Handschriften, die zum Teil noch ihre originalen Einbände besitzen.

Zwei Corvinen gelangten im 18. Jahrhundert in die Kurfürstliche Bibliothek zu Dresden. Leider sind diese wegen der Schäden bislang nicht benutzbar. In der modernen, mit aller notwendigen Technik ausgestatteten Restaurierungswerkstatt soll die Restaurierung und Konservierung des Einbandes der Cicero-Handschrift und der gesamten Valturius-Handschrift nach den neuesten Methoden erfolgen.

Die UNESCO hat die Bibliotheca Corviniana im Jahr 2005 in die Liste des Weltdokumentenerbes eingetragen.

Renaissance in Ungarn

Die Renaissance in Ungarn entstand unter italienischem Einfluss. Durch die gesellschaftlichen Entwicklungen realistisch gewordene weltliche Darstellung in der Kunst war auch in der ungarischen Gotik vorhanden, und die Renaissance hatte sich in Ungarn rasch verbreitet. Leider sind viel mehr schriftliche Zeitzeugen vorhanden als Fundstücke, da die Mehrzahl der Stauen, Skulpturen und Gemälde späteren Jahrhunderten zum Opfer gefallen sind.

Die ungarischen Beziehungen nach Italien in der Vorzeit der Renaissance unter der Herrschaft von Ludwig des Großen und Sigismund hatten schon ihre Früchte getragen: ungarische Künstler waren nach Italien gewandert, um sich dort niederzulassen, und haben die italienische Kunst bereichert, gleichzeitig sind aber auch italienische Meister nach Ungarn gekommen und haben zur Entwicklung der Künste in Ungarn beigetragen.

Masolino, erster Vertreter der Frührenaissance, hatte sich in den 1420-er Jahre in Ungarn aufgehalten. Er malte Fresken für seinen Herren, den adeligen Kriegsführer italienischer Herkunft, Pipo Spano, der unter König Sigismund kämpfte. Auf einem italienischen Wandgemälde ist das Panorama von Veszprém zu sehen. Von den ungarischen Künstlern ist der Maler Michele Pannonio (Michael aus Pannonien) zu erwähnen, der ab 1415 in Ferrara arbeitete. Sein Bild "Thronender Ceres" ist Zeuge der ungarischen Schmiedekunst. Der Stil von Pannonio hat sich aber organisch in den Rahmen norditalienischer Schulen eingefügt.
 

In der ungarischen Renaissance unterscheiden wir drei Etappen:

I.
Die Jahrzehnten der Herrschaft des Königs Matthias Corvinus (1458 -1490)
. Unter seiner "Schirmherrschaft" wird der neue Stil eingeführt, und oftmals wurde mit den italienischen Werken Gleichwertiges geschaffen.

II. Nach dem Tode von Matthias bis zur Schlacht und Niederlage der Ungarn gegen die Türken bei Mohács.
Die Renaissance zieht in die Häuser des Adels ein.

III. Die längste Epoche nach der Niederlage bei Mohács, unter türkischer Herrschaft war das Land von den Einflüssen der Außenwelt abgeschnitten. So wird die Renaissance auf breiter Ebene bekannt und verwendet,  der Stil ergänzt die Spätgotik des Bürgertums und führt zum Übergang des ungarischen Barocks.

I. Während der ersten Etappe wurden die italienisch - ungarischen Beziehungen weiter vertieft. Von keinem Geringeren als Lorenzo Medici erhielt Matthias Bronzereliefs von Verocchio, vom Mailänder Lodovico Moro Madonna-Gemälde von Leonardo, und Filippino Lippi arbeitete für ihn.

Matthias war ein leidenschaftlicher Sammler, wahrer Kunstliebhaber jeglicher Kunstart. Er beschäftigte sich mit den Fragen der Architektur, mit großem Eifer hatte er seine berühmte Bibliothek ausgebaut und vergrößert. In seinem Hof hatte er mit den italienischen Botschaftern auch über Architektur und Bau Verhandlungen geführt. So hatte er z. B. angeordnet, die Budaer Häuser renovieren zu lassen. Er hatte die Wiege der ungarischen Renaissance gelegt – mit seinen Beziehungen, seinen Bauarbeiten, seiner Sammelleidenschaft und seiner Tätigkeit als Mäzen.

Seinem Beispiel waren der König Ladislaus II. und die Adeligen Tamás Bakócz, György Szathmáry, die Familie Báthori, Perényi und Sapolyai gefolgt.

Der größte Bau von Matthias war die Erweiterung und der Neubau des Budaer Palastes. Neue Flügel sind an den Palast von Sigismund angebaut worden. Der Architekt aus Florence, Chimenti Camicia hielt sich 1478 - 1491 in Buda auf, er war mit Sicherheit der führende Baumeister der damaligen Bauarbeiten. Im Jahre 1479 hatte er auch Verträge mit italienischen Tischlermeistern abgeschlossen. Seine Arbeit war doppelt bedeutsam: er hat Beispiel und Vorbild für die späteren Bauten geschaffen und er hatte die ersten Vertreter der ungarischen Renaissance hervorgebracht.

Seine zweite Großbaustelle neben den Bauarbeiten von Buda war der Bau des Palastes in Visegrád. Leider haben die Kriege der Jahrhunderte, die Belagerungen und Anstürme beide Bauten vernichtet. Die zeitgenössischen Beschreibungen und die Ausgrabungen der Nachkriegszeit hatten aber ein klares Bild über Schönheit und Reichtum der Bauwerke gegeben. Die übrig gebliebenen Steine des Palastes haben die Einwohner auseinander getragen. Lediglich die Grundrisse, Fundamente und Fragmente sind unter der Erde erhalten geblieben. Auch hier berichten uns die Zeitgenossen und die Fundstätte.

Karl Robert (Neapel, 1288. – Visegrád, 16. Juli 1342. , als Károly I. ungarischer König 1307 – 1342, Gründer der ungarischer Dynastie Anjou) und Ludwig der Große (Visegrád, 5. März 1326 – Nagyszombat 10. September 1382, ungarischer Ritterkönig 1342 - 1382) haben den Palast erbauen lassen, Matthias hatte ihn mit Terrassenaufgang, Hof und Hängegärten ausgebaut und damit diesen den italienischen Palästen ebenbürtig gemacht.

Im Nordflügel des Hofes bildet der gotische Kreuzgang im Erdgeschoss eine organische Einheit mit der Renaissance-Loggia des Obergeschosses. Die einzelnen Stilrichtungen der architektonischen Elemente sind im direkten Zusammenhang mit denen der Budaer Schnitzerarbeiten. Solche Bauwerke außer Italien waren nirgends sonst auf der anderen Seite der Alpen vorhanden.

In den 40-er Jahren hat man die Visegráder Madonna sowie drei Seitenwände und die große Schüssel des Zierbrunnens aus rotem Marmor freigelegt. Letztere datiert auf 1480 - 1485 und zeigt die Merkmale der italienischen Quattrocento.

Außerdem hatte König Matthias viele andere Gebäude neu-, um- und ausbauen lassen. Neu war damals der Bau von Villen. In Budapest, an der Straße nach Hidegkút hatte man die Überreste seiner Sommervilla in Nyék entdeckt. Sicherlich hatte er mit dem Bau der Universität in Pozsony (heute Bratislava/Slowakei) begonnen, zudem hatte ihn der Bau einer ständigen Donaubrücke beschäftigt. Viel Beachtung hatte er auch dem Ausbau der Burgen an der Südgrenze gewidmet, und er ordnete den Bau der Städte und Dörfer an und unterstützte weltliche wie religiöse Bauvorhaben.

Im letzten Jahrzehnt seiner Herrschaft hatte der neue Stil am Hofe des Hochadels, der in enger Verbindung zum Königssitz pflegte, Einzug erhalten. Im Hof des Bischofs von Esztergom hatte Estei Hippolit mit italienischen und ungarischen Meistern gearbeitet. So liefen Bauarbeiten am Bischofspalast und den Dom in Esztergom. In Pilismarót wurde eine Villa gebaut. Miklós Báthori, der Bischof in Vác hatte die Burg von Nógrád und seinen Palast in Vác renovieren lassen. In Bács ließ Péter Váradi im Zeichen der Renaissance bauen.

Über die Bildhauertätigkeit der Renaissance haben wir viel weniger Spuren. Lediglich die Budaer Bronzestatuen, die Visegráder Madonna und der Zierbrunnen in Visegrád, sowie die Madonna von Diósgyőr, Maria- und Engelstatue zeugen von der hohen Qualität der Künstler.

Noch weniger ist über die damalige monumentale Malerei bekannt. Die Fresken und Tafelbilder sind mit den Palästen verschwunden.

Für die verlorene Malerei entschädigen uns die mit wertvollen Miniaturen verzierten Bände der berühmten Bibliothek von Matthias. Diese Bände sind teilweise in Italien, teilweise in Ungarn selbst entstanden. Bei den besten Miniateuren aus Italien ‑ bei Attaventa, Gherardo und anderen ‑ hatte Matthias seine Kodexe bestellt. Seine eigene Werkstatt fürs Malen und Kopieren der Bücher hatte er mit nicht weniger talentierten italienischen Meistern organisiert. Der Florentiner Franceso Rosselli und der Mailänder Fra Zoan Antonio Cattaneo sowie Felix Ragusanus aus Dalmatien sind unter ihnen die bedeutendsten. Mit ihnen arbeiteten etwa dreißig Mann in der Werkstatt, darunter mit Sicherheit auch Ungarn. Die Werkstatt hatte neben königlicher Bestellung auch für die hohen Priester gearbeitet, die Arbeiten gingen selbst nach Matthias Tod hinaus weiter, auch unter Ladislaus II.

Die bedeutsame Sammlung von Matthias - die Bibliotheca Corviniana - hat nach seinem Tod traurigerweise einen starken Rückgang erlebt: zuerst hatten die hohen Priester das eine oder andere Stück entwendet, danach die Nachfahren von Matthias haben ihren Gästen und treuen Untertanen leichtsinnig weitere Exemplare verschenkt, aber den letzten Dolchstich hatte die türkische Besetzung gegeben – die Bücher sind kaputt gegangen oder verschwunden. Bis zu unserer Zeit sind davon lediglich rund 150 übrig geblieben und in unterschiedlichen europäischen Bibliotheken zerstreut. Die lebendigen, mit frischen Farben versehenen Blätter zieren Blumen und Obstmotive, und die Figuren zeugen von der Lebenslust und Weltlichkeit der Renaissance.

II. In der zweiten Etappe der ungarischen Renaissance, nach dem Tode von Matthias bis 1526, dem türkischen Befall Ungarns, sowie bis zu den 30-er Jahren des 16. Jh. verlagerte sich das Gewicht von Buda in die Höfe des Hochadels. Der Rückgang der königlichen Zentralmacht hatte diese Gewichtsverschiebung verursacht. Gotische Gebäude erhalten Renaissanceelemente, selbst in den äußersten Grenzen des Landes, wie am Westen Transdanubiens, im nördlichsten Oberland, oder in Siebenbürgen. Am Anfang seiner Zeit führt Ladiaslaus II. die Traditionen von Matthias weiter, aber nachdem er seine Macht immer mehr in Buda verlor, ging auch seine führende Rolle auf dem Gebiet der Kunst zurück.

Viel größere Bedeutung gewannen die Zentren wie Esztergom – auf dem Sitz von Tamás Bakócz, der das schönste Bauwerk der Renaissance, die Kapelle Bakócz, im Jahre 1507 errichten ließ. Im Jahre 1823 wurde die Kapelle in die Kathedrale eingebaut.

Fünf Jahre später wurde das nächste bedeutende Renaissancegebäude, die Kapelle Lázói in Gyulafehérvár (heute Alba Iulia/Rumänien) errichtet.

Besondere Erwähnung verdient die gotische Kirche in Nyírbátor (Nördliche Tiefebene) wegen ihrer Renaissancefragmente der früheren 16. Jh. Die Holzstallungen aus dem Jahre 1511 sind die schönsten Renaissancemöbel in Ungarn. Zentrale Werkstatt war hier Buda in der Zeit von Matthias. Hier kam auch eine Keramikwerkstatt zu Tage und bezeugt die fortgeschrittenen Bedürfnisse an Kunst in allen Gebieten: Keramik, Metall, Leder (z. B. der Einband der Covinas), Textil und Glas.

Als eigenständige Kunstart müssen wir die bemalten Kassettendecken der Kirchen in Siebenbürgen und in Ungarn erwähnen. Diese Gattung blühte am längsten, vom 16. Jh bis zum 18. Jh bis ins Barock hinein. Ihre Wurzeln reichen bis nach Italien, denn sie sind eng verwoben mit der Praxis der ungarischen Volkskunst. Die schönsten Beispiele sind die Kirchen in Gogánváralja (1510) und Ádámos (1526). Erwähnenswert ist noch das Szeklerland in Siebenbürgen, Klausenburg, Bánffyhunyad, Magyarvalkó und Visat im Gebiet Kalotaszeg.

Auf dem Gebiet des heutigen Ungarn ist die früheste die Decke in Szentsimon aus dem Jahre 1650 und die bedeutendste ist die Kirche in Tákos im Gebiet Szabolcs. Erwähnenswert ist der Glockenturm in Nyírbátor aus dem 16. Jh.

III. Die dritte Etappe wird durch die türkische Besatzung geprägt, die die Entwicklung bestimmt. Buda ist in fester türkischer Hand, Nord- und Westungarn gehören zum Wiener Hof, lediglich Siebenbürgen lebt mehr oder weniger in Unabhängigkeit. Teils wegen der politischen Lage, teils wegen der ungarischen Geschmackswelt lebt die Renaissance bis zum 17. Jh. weiter.

Das königliche Ungarn und Wien stehen praktisch ohne Schutz gegen die Türken da. Unabkömmlich ist der Ausbau einer neuen Verteidigungslinie. Ab Ende der 1540-er Jahre hatte der Wiener Hof, dann Ferdinand I. ungarischer und tschechischer König (geherrscht 1526 - 1564) mithilfe italienischer Architekten, Maurer und Steinmetzen ausgebaut. Die veränderte Kriegstechnik - die Benutzung der Kanonen - hatte den Bau von Grenzburgen neuen Typs erfordert. Italienische Baumeister hatten die modernsten Renaissanceburgformen der Epoche eingeführt. Die bereits existierenden mittelalterlichen Felsenburgen wurden durch mit Kanonenstellen versehene Maurern verstärkt, deren Elemente die Rondellen, Barbakane, Zwinger und Kanonentürme waren. Beispiele dafür sind Buják, Salgó, Sümeg und Nógrád. 1560 - 1566 hatte die gotische Ziegelburg in Gyula nach den Plänen von Paolo Mirandola eine mit großen Basteien versehene zusätzliche Erdburg erhalten. Mit nachträglichem Anbau von Mauersystem mit italienischen Bastionen (schildartige Bastionen an den Eckpunkten der Mauer – "alt-italienische Bastion") wurden Sirok und Tata verstärkt.

Neue Grenzburgen hatte man derzeit bereits auch auf Ebenen gebaut. Die Verteidigung dieser Burgen erforderte einen regelmäßigen, geschlossenen Grundriss, da der Feind aus allen Richtungen zu erwarten war. So wurde Szigetvár gebaut. Ab den 1550-er Jahren hatte man weitere Festungen gebaut, wie Kanizsa, Győr, Érsekújvár und Kassa (heute Kosice/Slowakei) mit neu-italienischen Bastionen. Oftmals waren die Städte in die Burgen eingeschlossen. Die "Ohren" der an den Ecken der Mauer stehenden, aus schwerem Stein gebauten Kasemattenbastionen haben die sichere und geheime Kanonenverteidigung der großen, geraden Mauerabschnitte möglich gemacht. So wurde 1555 - 1577 Győr unter Leitung von Pietro Ferabosco erbaut. Er hatte Komárom gebaut und 1552 - 1563 zusammen mit Giovanni Spazzo die Burg in Pozsony (heute Bratislava/Slowakei). 1571 - 1582 hatte Ottavio Baldigara Érsekújvár , Cristoforo della Stella Eger und Matija Gambon Érsekújvár gebaut.

Ebenso hatte der Hochadel die Burgen mit festungsähnlichen Elementen versehen, die besten Beispiele dafür sind in Egervár (durch Kristóf Nádasdy 1539 - 1569), Sárvár (Tamás Nádasdy 1498 - 1562), Hédervár, Mihályi, Körmend, Vág, Bozsok und Sopronkeresztúr.

Weitere bedeutende Burgen mit Renaissanceelementen: Sopron
Lőcse
Nyitra
Zólyom
Trencsén
Árva
Bethlenfalva
Frics
Simontornya
Sárospatak
Pácin
Nagybiccse
Alvinc
Keresd
Fogaras
Aranyosmeggyes
und
Bethlenszentmiklós

 

 
Pressemeldung Renaissancejahr 11.02.08
2008 - Jahr der Renaissance
Auswahl der Veranstaltungen
24. März 2008
Renaissancetag in Budapest
24.01.-18.05.08 Budapest    Die Glanzzeit der MEDICI
Museum der Bildenden Künste
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