Westlich
von Budapest und nördlich vom Balaton findet man „Königliche
Städte“, wunderschöne Landschaften,
wildromantische Gebirge, fischreiche Seen, angenehme Spazierwege,
weltberühmtes Porzellan. Zahllose archäologische
Funde beweisen, dass dieses Gebiet schon seit Urzeiten bewohnt
wurde. In der Region gibt es viele Denkmäler, Straßen
waren hier schon vor zweitausend Jahren vorhanden.
Agárd
ist der bedeutendste Badeort am Velence-See.
Ein modernes Thermalbad erhält das 36°C
warme Heilwasser aus einer Quelle, die im Bika-Tal die Eroberfläche
durchbricht. In Agárdpuszta kann das Geburtshaus des
bekannten Schriftstellers Géza Gárdonyi (1863-1922)
besichtigt werden. Eine Ausstellung informiert über die
Fischerei und die Schilfernte auf dem See.
Alcsútdoboz
Einzigartig ist das 40 Hektar große Arboretum.
1825 ließ Erzherzog Joseph, Palatin von Ungarn, den
ersten Ziergarten mit 300 verschiedenen Pflanzenarten eröffnen.
In der neobarocken Kapelle informiert eine Ausstellung über
die prächtigen Gärten der ehemaligen Aristokratie.
Bakony-Gebirge
Im 19. Jahrhundert war das wildromantische Bakonygebirge mit
den riesigen Wäldern ein gutes Versteck für Strolche,
Räuber und Wegelagerer. Der Hochbakony (Magas-Bakony)
ist ein Landschaftsschutzgebiet mit herrlichen Buchenwäldern,
malerischen Bächen, 1100 Höhlen und Grotten. Recht
schwierig ist der Weg zur Odvas-Kő-Höhle,
einer Behausung des Urmenschen. In den Wäldern leben
Hirsche, Rehe, Mufflons, Wildschweine, Wildkatzen und 104
streng geschützte Vogelarten. Auf dem höchsten Berg,
dem Koris (709 m) befindet sich ein Aussichtsturm. Am Ortsende
von Szentgal liegt der zweitgrößte, seit Urzeiten
existierende Taxuswald Europas.

Csákvár
war einst das Töpferzentrum Transdanubiens. Die Tonwaren
sind mit gelber und grüner Farbe verziert. Das Heimatmuseum
Vértes zeigt Andenken an die Zünfte, Funde aus
der Römerzeit (Floriana) und Kunstgegenstände (Kossuth
u. 2). Im Zentrum von Csákvár steht das monumentale
Gebäude des Schlosses Esterházy.
Es hatte – wie damals üblich- mehrere Funktionen:
als Kapelle, Theater, Bildergalerie und verfügt über
einen Jagdsaal und eine Reitschule.
Csesznek
Auf einem Berg stehen die Ruinen der 1263 erbauten gotischen
Burg Csesznek.
Herend
Aus Herend stammt das weltberühmte Herender Porzellan,
im 19. Jahrhundert wurden damit die Herrenhäuser in London
und Wien ausgestattet. Die schönsten Produkte der 1826
gegründeten Porzellanmanufaktur kann man im Porzellanmuseum
(Kossuth Lajos u. 140) besichtigen.
Komárom
Die Stadt an der Donau hatte schon immer eine besondere strategische
Bedeutung. König Stephan I. ließ hier im 11. Jahrhundert
eine Erdfestung errichten, zwischen 1850 und 1877 wurden Befestigungsanlagen
erbaut. Die drei Festungen sind einzigartige militärgeschichtliche
und industrielle Denkmäler. Die Festung von Monostor
ist eine der größten erhaltenen Festungen Europas.
Nach dem Friedensvertrag von Trianon 1921 wurde der nördliche
Teil der Stadt an die Slowakei abgetreten. Die Elisabeth-Brücke
verbindet die durch die Donau getrennten Stadtteile miteinander.
Am Stadtrand befindet sich das Thermalbad (Táncsics
M. u. 34-36), das Heilwasser wirkt bei rheumatischen und gynäkologischen
Beschwerden lindernd.
Magyarpolány
83 denkmalgeschützte Häuser des ehemaligen Dorfzentrums
(Petőfi Str.) wurden restauriert. Der 1780 errichtete
Kreuzweg führt zur Kapelle der Schmerzensmutter. Hier
werden die Polányer Passionsspiele
aufgeführt.

Majk
In den Einsiedlerzellen der Kamaldulenser lebten einst Mönche
nach den strengen Regeln des Schweigegelöbnisses. Die
17 Eremitenbehausungen, verfügten jeweils über eine
eigene Kapelle, Schlafnische, Werkstatt und Kammer. Im Zentrum
der Eremitensiedlung steht eine Kirche.
Martonvásár
Beethoven weilte zweimal als Gast in Martonvásár.
Seine freundschaftliche Beziehung zur Familie Brunsvick und
seine zärtlichen Gefühle für die „Unsterbliche
Geliebte“ hatten ihn inspiriert, die „Apassionata“,
die Mondscheinsonate und den letzten Satz der Sinfonie Nr.
4 zu komponieren. Das Beethoven-Museum im
Schloss Brunsvick zieht die Musikliebhaber
an. Der Schlosspark ist ein herrliches Arboretum mit einem
großen englischen Garten. Alljährlich finden im
Sommer Beethoven-Konzerte statt.
Pápa
Bereits 1051 wurde die Stadt erstmals schriftlich erwähnt.
Das 1531 gegründete reformierte Kollegium, die von Protestanten
errichtete Druckerei und das Gymnasium sind weithin berühmt.
Die barocken Häuser am Hauptplatz wurden wunderschön
restauriert. Sehenswert ist die römisch-katholische Pfarrkirche,
ihre Fresken stammen vom namhaften österreichischen Meister
Anton F. Maulbertsch. Inmitten einer Parkanlage steht das
Schloss des Grafen Esterházy (Fő tér
1), welches Musikschule, Schlossmuseum, Ausstellung und Bibliothek
beherbergt. Die über 200 Jahre alte Blaufärberwerkstatt
ist heute Blaudruckmuseum (Kékfestő Múzeum, Március 15. tér 12). Die Sammlungen
und das Museum des reformierten Kirchendistrikts
von Transdanubien (Egyháztörténeti és
Egyházmuvészeti Múzeum, Március
15. tér 9) präsentieren Exponate der sakralen
Kunst, der Bibel- und Schulgeschichte sowie Kircheneinrichtungen
und liturgische Gefäße aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
In der Vorhalle der römisch-katholischen Benediktinerkirche
(Fo u. 10) befindet sich das riesige Holzkreuz mit dem „Mohren
Christus“.

Sümeg
Die die im 14. Jahrhundert auf dem Hügel erbaute Burg
von Sümeg überragt den Ort. Im Burghof
werden an mittelalterliche Ritterturniere erinnernde Burgspiele
aufgeführt. Sehenswert sind der Bischofspalast (Szent
István tér 10), die Franziskanerkirche (Szent
István tér 7) und die römisch-katholische
Pfarrkirche (Bíró Márton utca) mit Fresken
von Anton F. Maulbertsch.
Székesfehérvár
Fürst Géza gründete die Stadt 972 als Alba
Regia. Die ehemalige ungarische Königsstadt
liegt in der geografischen Mitte von Mitteltransdanubien.
In der Hauptkirche wurden innerhalb von 500 Jahren 37 Könige,
39 Königinnen gekrönt und 15 Herrscher bestattet.
Hier wurden die Heilige Krone und das Staatsarchiv aufbewahrt,
einst hielt der „Landtag“ seine Sitzungen ab.
Die Stadt spielte eine außergewöhnliche Rolle im
Mittelalter. Die Fresken in der Franziskanerkirche
erinnern an das kurze Leben des heiligen Emmerich. Das Ordenshaus
der Franziskaner zeigt eine Sammlung sakraler Kunst. Das Rathaus
ist ein Zeugnis des ungarischen Zopfstils. Vom 11. bis 14.
Jahrhundert gehörte die Stephansbasilika.
zu den bedeutendsten Gebäuden des Landes. Hier stand
auch der so genannte „Königsstuhl“,
das wichtigste Symbol der Rechtssprechung. Die Krönungskirche
wurde 1602 von den Türken gesprengt, heute sind nur noch
die Grundmauern in der Nationalen Gedenkstätte (mittelalterliches
Ruinenfeld) und das Mausoleum (Sarkophag von König Stephan
I.) zu sehen. Im Dom wird die Kopfreliquie von König
Stephan I. aufbewahrt. Das einzig erhaltene mittelalterliche
Bauwerk der Stadt ist die St.-Annen-Kapelle
aus dem 15. Jahrhundert. Sehenswert ist die Zisterzienserkirche,
einst Kirche des heiligen Johannes von Nepumuk (Fo utca).
Exponate der Stadtgeschichte und archäologische Funde
zeigt das König-Stephan-Museum (Fo u.
6.). Viele Adelspaläste und Bürgerhäuser der
Stadt, die seit 1777 Bischofssitz ist, präsentieren den
Barockstil. Die Wohnhäuser am klassizistischen Vörösmarty-Platz
tragen die Handschrift von Miklós Ybl (1814-1891),
der hier geboren wurde. Wunderschön ist die Blumenuhr
(Fo utca) aus echten Blumen. Viel Wert legt man auf die Erhaltung
der volkstümlichen Baudenkmäler (z. B. die Skanzen
des Palaststadtviertels (Rác u. 11) - 12 Bauernhäuser
und eine serbische Kirche). An der Burg Bory
hat der Bildhauer Jeno Bory (1879-1959) eigenhändig jahrzehntelang
gebaut (Máriavölgyi út 54). Im Budenz-Haus
(Arany János u. 12) werden der Nachlass der Familie
Ybl und Werke der besten ungarischen Künstler der Jahrhundertwende
ausgestellt. Eine interessante Puppensammlung bietet das Puppenhaus
von Fehérvár (Fehérvári Babaház,
Megyeház u. 17/A).

Tata
Die „Stadt der Gewässer“
war im Mittelalter eine der beliebtesten Erholungsorte der
Könige. Am Ufer des Alten Sees, auf dem man Wassersport
treiben und Dampferfahrten machen kann, steht die Alte Burg
mit dem Kuny-Domokos-Museum. Das älteste Baudenkmal der
Stadt ist die Cifra-Mühle aus dem 16.
Jahrhundert (Bartók Béla u. 3). Die Nepomucénus-Mühle
(Alkotmány u. 1) beherbergt das deutsche Nationalitätenmuseum
mit einer ethnographischen Ausstellung und Zeugnissen der
Kultur der in Ungarn lebenden deutschen Minderheit vom 17.
Jahrhundert bis heute. Die Gips-Kopien von 96 weltberühmten
antiken Statuen (Venus von Milo, Nike von Samothrake, Laokoongruppe)
sind im „Museum für griechisch-römische
Skulpturkopien“ (Szobormásolatok Múzeuma,
Hosok tere 3) im Gebäude der ehemaligen Synagoge zu finden.
Einmalig sind das Naturschutzgebiet am Kreuzwegberg und das
geologische Museum. Am geschützten Quellensee liegen
Sportplätze und das populäre Fényes-Bad.
Tác
Genau eine römische Meile vom heutigen Dorf entfernt
erstreckt sich das Ruinenfeld von Gorsium.
Ursprünglich stand hier ein römisches Lager, das
im 1. Jh. erbaut wurde und im 2. Jh. Schauplatz des Kaiserkultes
und religiöses Zentrum Nieder-Pannoniens war. Heute befindet
sich hier einer der größten archäologischen
Parks Ungarns und der bedeutendste Ausgrabungs- und Fundort
aus der Römerzeit in Europa. Stadtmauern, Stadttore,
Forum, Tempel, Theater, öffentliche Bäder, Basiliken,
der Palast des Stadthalters und ein Teil des Friedhofs sind
sehenswert.
Der Velence-See
Der von der Sonne verwöhnte Velence-See liegt auf halbem
Weg zwischen Budapest und Plattensee und ist ein ideales Erholungsgebiet
vom Frühjahr bis zum späten Herbst. Pro Jahr scheint
die Sonne 2050 Stunden auf die 26 Quadratkilometer große
Wasseroberfläche mit der durchschnittlichen Wassertiefe
von 1,2 Metern und erwärmt das Wasser auf 26°C. Das
mineralstoffreiche, weiche Wasser regeneriert den menschlichen
Körper. Ideale Bedingungen bieten die vom Velence-Gebirge
herüberwehenden Winde für Segelsportler.
Das dichte Schilf, das den See etwa ein Drittel bedeckt und
die Buchten bieten gute Angelmöglichkeiten
und Raum für ein Vogelreservat, in dem 28 verschiedene
Vogelarten regelmäßig brüten. Im Winter kann
man auf dem zugefrorenen See Schlittschuh laufen und Eissegeln
trainieren. Im Sommer fährt ein Ausflugsschiff ab Hafen
Agárd bzw. Velence zur Mückeninsel. Im Erholungsort
Velence wurde vor 70 Jahren ein Yachtklub gegründet.
Unter Denkmalschutz stehende Kellerzeilen und Kelterhäuser
findet man an den sonnigen Hängen des Berges Bence. Die
beiden historischen Monumente von Pákozd
erinnern an den Mut und die Tapferkeit der ungarischen Soldaten,
der Obelisk wurde zum 100. Jahrestag des Sieges der Schlacht
von Pákozd aufgestellt. Im Arboretum von Pákozd-Sukoró
gibt es etwa 250 Baum- und Straucharten.

Vértesszolos
wurde durch den Fund von Urmenschenknochen bekannt. Wissenschaftler
nennen ihn „Samu“, einen der
ältesten Menschen Europas, dessen Behausung, Fußabdruck,
Halswirbelknochen, Werkzeug und Feuerstelle 1965 in der Nähe
von Vértesszőlős freigelegt wurden. Abdrücke von
Urpflanzen und versteinerte Tierfußspuren wurden hier
ebenfalls gefunden.
Vértes-Gebirge
Wanderwege führen durch enge Täler und weite Hochebenen.
Im Landschaftsschutzgebiet Vértes
wachsen viele seltene Pflanzen. Der gehaltlose rote Boden
der Bauxitgrube von Gánt und Meleges wirkt dagegen
wie eine Mondlandschaft. Zahlreiche Burgruinen stehen auf
den Felsklippen. Der 3,5 km lange geologisch-botanische
Lehrpfad zwischen Csákvár und Gánt
führt über den Berg Haraszt und durch das Kölik-Tal.
Das Gebirge ist sehr reich an Wild. Die Gebirgsorte sind idyllisch
gelegen, sauber und gastfreundlich. In Vérteskozma
gibt es besonders hübsche alte Bauernhäuser.
Veszprém
wurde auf mehreren Hügeln errichtet und heißt auch
„Stadt der Königinnen“.
Veszprém war das erste Bistum Ungarns
und nur die Bischöfe dieser Stadt hatten das Recht, die
ungarischen Königinnen zu krönen. Auf dem Burgberg
sieht man denkmalgeschützte Bürgerhäuser. Zwischen
dem 11. und 13. Jahrhundert stand hier eine königliche
Burg, das Heldentor diente als Eingang. Unweit davon erhebt
sich der Feuerturm (Vár u. 9).). Die Stadt besitzt
einzigartige Schätze der ungarischen Kirchengeschichte.
Sehenswert sind die Fresken in der frühgotischen Gisela-Kapelle
(Vár u. 18) und die Ausstellung sakraler Kunst und
Kirchengeschichte. Der Bau der ältesten Bischofskathedrale
(Vár u. 18-20) Ungarns wurde von der ersten ungarischen
Königin, der bayrischen Herzogstochter Gisela, angeordnet.
Das gotische Gisela-Reliquiar aus dem 14. Jahrhundert ist
ein Geschenk der Stadt Passau. Wahrscheinlich war die im 10.
Jahrhundert erbaute Kapelle St. Georg (Vár
u. 20) die erste Kirche Ungarns. Der Sitz des Propstes (Vár
u. 18) ist gleichzeitig Amtssitz des Erzbischofs. Die Statuen
des Königspaares (Stephan der Heilige und Königin
Gisela) wurden auf der Aussichtsterrasse am Rande der Burg
aufgestellt, von hier bietet sich ein wunderschöner Ausblick
auf die Talbrücke, die über den Bach Séd
führt und das Wahrzeichen der Stadt ist.
Im Königin-Gisela-Museum (Vár
u. 35) sind u. a. sakrale Kunstschätze des römisch-katholischen
Erzbistums und die Schatzkammer des Erzbistums zu besichtigen.
Das Dezső- Laczkó-Museum (Erzsébet sétány
1) zeigt die Geschichte des Bakony-Gebirges und des Balaton-Oberlandes.
Zirc
liegt im Herzen des Bakonygebirges. Schon 1182 errichteten
Zisterziensermönche hier ihr Kloster. Das Hauptaltarbild
in der barocken Abteikirche schuf Anton F. Maulbertsch 154.
Im Abteigebäude ist die Reguly-Antal-Gedenkbibliothek
(Rákóczi u.1) untergebracht. Das naturwissenschaftliche
Museum des Bakony präsentiert Naturschätze,
eine Fülle von Pflanzen, Insekten und Tieren aus der
hiesigen Vogelwelt, Terrarien, Aquarien und Illustrationen.
Der Bach Cuha fließt durch das Arboretum von Zirc (Damjanich
u. 19), hier gedeihen 600 verschiedene Baum- und Straucharten
und eine 400-jährige Eiche. Im Geburtshaus des Wissenschaftlers
Antal Reguly, befindet sich das nach ihm benannte ethnographische
Museum (Rákóczi tér 10).

|