Das „Meer
der Ungarn“ liegt in Transdanubien, ist 77 Kilometer
lang und stellenweise fast 14 Kilometer breit. Der Balaton
ist der größte und wärmste Binnensee
Mitteleuropas und das beliebteste Feriengebiet Ungarns.
Die Uferlänge beträgt 195
km, die maximale Wassertiefe 12,4 m. Im Sommer schwankt die
Wassertemperatur zwischen 22°C und 30°C. Am Südufer
ist das Wasser sehr seicht - ideal für Familien mit Kindern.
Das fast 70 km lange Südufer hat feine Sandstrände.
Von Balatonaliga bis nach Balatonszentgyörgy gibt es
zahlreiche Urlaubsorte.
Das Nordufer ist steiler,
das Wasser tiefer. An beiden Ufern befinden sich viele gut
ausgebaute Strandbäder und gepflegte Ferienorte. Auch
die Ortschaften, die nicht unmittelbar am See liegen, sind
attraktive Ausflugsziele mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten.
Das eigentliche Geheimnis des Balaton liegt in den unzähligen
Möglichkeiten, den Urlaub individuell zu gestalten.
Alsóörs
Ungarns ältestes Herrenhaus ist das
so genannte Türkenhaus (Petőfi köz. 7), dessen
Schornstein einem Kopf mit Turban ähnelt.

Badacsony
Sehenswert sind die „Basaltorgeln“,
geologisch interessante, erstarrte Lavasäulen am Berg
Badacsony. In den Weingärten der ehemaligen Paulinermönche
reifen die Trauben für den beliebten „Badacsonyer
Grauen Mönch“ heran. In Badacsonytomaj wurde im
Haus von József Egry (1883-1951, Maler des Balatons)
ein Gedenkmuseum (Egry József sétány
12) eingerichtet. Die Kirche St. Emmerich war die erste
Basaltkirche Mitteleuropas. Zum Landschaftsschutzgebiet
von Badacsony gehören die „Zeugenberge“:
Gulács (339 m), Csobánc (376 m)
und Szent György (415 m). Sie sind vulkanischen
Ursprungs und bezeugen die Höhe des Wasserstandes des
ehemaligen Pannonischen Meeres.

Balatonalmádi
ist bereits seit 1877 ein beliebter Badeort mit herrlichem
Badestrand. Auffallend sind die Gebäude aus rötlichem
Sandstein, u. a. die römisch-katholische Kirche mit der
Kapelle der Heiligen Rechten (Óvári
Ferenc utca). Die mit venezianischen Goldmosaiken verzierte
Kapelle befand sich einst in der Budaer Burg und war Aufbewahrungsort
der mumifizierten rechten Hand von König Stephan I. Ein
Lehrpfad erklärt die Sehenswürdigkeiten des Nationalparks
Balaton-Oberland.

Balatonboglár
liegt fast in der Mitte des Südufers, gegenüber
von Révfülöp (am Nordufer). Hier beginnt
alljährlich Ende Juli der Schwimmwettkampf,
um den Balaton zu durchqueren. Ungarns erste Stahlbetonkirche,
der kugelförmige Aussichtsturm und die „Blaue und
Rote Kapelle“ sind sehenswert.
Balatonederics
Safaripark und Afrikamuseum
(Kültelek 11) sind einen Besuch wert.
Balatonföldvár
wurde 1872 gegründet und ist ein beliebter Ferienort.
Im Sommer finden in der römisch-katholischen Kirche
von Köröshegy Orgelkonzerte statt.

Balatonfüred
Von hier aus fuhr das erste Dampfschiff über
den Balaton, der erste ungarische Segelverein
wurde in Balatonfüred ins Leben gerufen. In der Villa
des Schriftstellers Mór Jókai
(1825-1904) befindet sich ein Museum (Honvéd u. 1)
mit der Originaleinrichtung und persönlichen Gegenständen
des Schriftstellers. Seit dreihundert Jahren werden Herzpatienten
in der Spezialklinik von Balatonfüred
behandelt. Das heilkräftige Wasser hilft auch bei Diabetes
und Verdauungsstörungen. Seit 170 Jahren findet im Theatersaal
jeweils am letzten Samstag im Juli der Anna-Ball
mit der Wahl der Schönheitskönigin statt. Die Segelsaison
beginnt im Mai mit einer Feier im Hafen. Beliebte Ausflugsziele
sind Lóczy-Höhle, Koloska-Tal, Koloska-Quelle,
Jókai-Aussichtsturm.

Balatonlelle
Beliebt ist das Offroadfestival im Juni in
Somogybabod.
Balatonszárszó
Sehenswert sind die „Eulenburg“
(Bagolyvár u. 16/A) und das Postmuseum (Bajcsy-Zsilinszky
u. 5) im benachbarten Balatonszemes.
Balatonszentgyörgy
Die „Sternburg“ (Irtási dülő)
wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit einem sternförmigen
Grundriss als Jagdschloss der Familie Festetics erbaut.

Balatonudvari
Auf dem alten Friedhof befinden sich etwa 50 herzförmige
Grabsteine aus der Zeit zwischen 1808 und 1840.
Buzsák
Wunderschöne Stickereien machten den
Ort bekannt. Das Dorfhaus zeigt eine Folklore-Ausstellung,
zur Buzsaker Kirmes im August können
die bunten Trachten bewundert werden. Das Thermalbad
von Csisztapuszta ist mit der Schmalspurbahn
ab Balatonfenyves erreichbar.

Felsőörs
Die romanische Propsteikirche wurde im 13.
Jahrhundert erbaut, die Einrichtung stammt aus dem 18. Jahrhundert.
Fonyód
besitzt mit 464 m die längste Mole und
einen der größten Badestrände am Plattensee.
Hévíz
ist 6 km vom Balatonnordufer entfernt und der älteste,
größte, bekannteste Kur- und Badeort Ungarns. Auf dem Boden des 4,4 ha großen Thermalsees befindet sich meterdicker Heilschlamm. Aus der ganzjährig anhaltenden
Wärme des Sees entsteht ein mediterranes Mikroklima,
das den indischen Lotus noch im November erblühen lässt.
Der Kratersee ist 36 m tief, pro Sekunde
gelangen aus einer Quelle 420 Liter radioaktives, schwefel-
und mineralhaltiges Heilwasser mit einer Temperatur von 36°C
an die Oberfläche und alle 28 Stunden ist das Seewasser
völlig erneuert. Schon 1795 wurde
Hévíz zum Kurbad ernannt,
das erste Badehaus wurde gebaut. Bei der Errichtung des Seebades
spielte György Festetics eine wichtige Rolle. Er ließ
Badehäuser – getrennt nach Damen und Herren –
bauen. 1968 wurde das überdachte Hallenbad übergeben
(Dr. Schulhof Vilmos sétány 1). Heute zählt
Hévíz zu den modernsten Kurorten Ungarns. Im
Mittelpunkt der Kur- und Wellnessangebote der Hotels und der
Heilkuren im Rheumatologie- und Rehabilitationskrankenhaus
steht der Thermalsee.

Káli-Becken
Erloschene Vulkane umrahmen das geschützte, seit Urzeiten
bewohnte Becken. Schon die Römer kannten die Quelle
bei Kékkút, deren Mineralwasser unter
dem Markennamen „Theodora“ vertrieben wird. Mittelalterliche
Palast- und Kirchenruinen, die Basaltsäulen von Hegyestü,
die Kraterseen von Fekete-Hegy (Schwarzberg)
und die zerklüfteten Felsformationen auf dem „Steinfeld“
von Szentbékkálla, Kovágóörs
und Salföld gehören zu den vielen
Sehenswürdigkeiten.
Keszthely
ist die größte und älteste Siedlung am Balatonufer,
die schon zur Römerzeit ein wichtiges Handelszentrum
war. Überreste des damaligen Castrums von Valcum (2.
bis 4. Jahrhundert) befinden sich bei Fenékpuszta.
Auf dem Hauptplatz steht die gotische Pfarrkirche aus dem
14. Jahrhundert mit schönen Fresken und Rosenfenster.
Das Schloss Festetics (Kastély u.
1) mit 101 Zimmern, prächtigem Tor und dem Barockturm
ist das drittgrößte Schloss Ungarns.
György Festetitcs gründete die erste Hochschule
für Landwirtschaft (Georgikon u. 20). Alles über
den Balaton (Flora und Fauna, Geschichte der Badeorte und
der Schifffahrt, Archäologie und Ethnologie) erfährt
man im Balaton-Museum (Múzeum u. 2). Die Weinmuseen
informieren über die Geschichte der Balatoner Weinregion
und der Weinspezialitäten. Marzipanmuseum (Katona J.
u. 19) und Puppenmuseum (Babamúzeum, Kossuth L. u.
11) sind auch einen Besuch wert.

Kis-Balaton (Klein-Balaton)
Etwa zehntausend Vögel nisten in den Sumpfgebieten, 150
der in Ungarn lebenden Vogelarten brüten hier (Reiher,
Kormorane, Bienenfresser). Auf der Kányavári-Insel
(2 km nördlich von Balatonmagyaród) und der Pap-Insel
gibt es Türme zur Vogelbeobachtung.
In Kápolnapuszta befindet sich das
einzige Büffelreservat Mitteleuropas.

Nagyvázsony
Der Müllergeselle Pál Kinizsi (1446-1494) war
der beste Heerführer des Renaissancekönigs Matthias
und Herr der Burg Nagyvázsony. In der Kapelle der Burg
ist der Sarkophag von Kinizsi zu sehen. Von Kirche und Kloster
des Paulinerordens existieren nur noch Ruinen (Baráti-puszta).
Das im 18. Jahrhundert erbaute Schloss Zichy
(Kossuth L. u. 12) ist heute ein Hotel. Bekannt sind die Reitschule
und die Reiterspiele von Nagyvázsony.
Siófok
ist der größte Ort am Südufer. Fast alle Balaton-Linienschiffe
laufen den Hafen an. Beliebt sind die Hotels an „Gold-
und Silberküste“. Der Komponist der „Csárdásfürstin“
und anderer bekannter Operetten, Imre Kálmán
(1882-1953), wird heute im Museum (Kálmán Imre
sétány 5) geehrt. Das Museum für
Wasserwirtschaft (Beszédes J. Múzeum
– Sió u.2) bietet die Geschichte der Schifffahrt
und der Fischerei am Balaton, 3000 verschiedene Mineralien
des Karpatenbeckens zeigt das Mineralmuseum
(Ásványmúzeum, Kálmán Imre
sétány 10). Unweit vom Wasserturm (Szabadság
tér) befindet sich das Kulturzentrum Süd-Balaton
(Fő tér 2).

Somogyvár
Die ehemalige Benediktinerabtei auf dem Kupavár-Berg
gehört zu den historischen Gedenkstätten von Ungarn.
Szántód
Der Fährhafen für die Verbindung
zum Nordufer wurde 1802 erbaut. Die ehemalige Meierei ist
heute Touristik- und Kulturzentrum. Im Herrenhaus werden Bilder
und Kleinplastiken gezeigt, im Keller gibt es eine Ausstellung
über den Weinbau und die Winzerei, in der Scheune eine
Folkloreausstellung. Von der Christoph-Kapelle (1735) bietet
sich ein schöner Blick auf das Nordufer.

Szigliget
Die schilfgedeckten Häuser des alten
Dorfes sind denkmalgeschützt (Ady, Kisfaludy,
Kossuth, Petőfi utca). Auf dem Burgberg stehen die Ruinen
der ehemaligen Burg von Szigliget. Im einstigen Schloss
Esterházy (Kossuth u. 174) befindet sich die
Werkstatt der Schriftsteller, im Park gedeihen mehr als 150
verschiedene Nadelbaumarten.
Tapolca
Die geologische Kostbarkeit der von - mit Wein bewachsenen
- Basaltbergen umgebenen Kleinstadt ist zugleich ihre bedeutendste
Sehenswürdigkeit: eine gut vier Kilometer lange See-Höhle
„Tavasbarlang“, Teil eines ausgedehnten Karsthöhlensystems.
In den Sommermonaten kann die Höhle per Ruderboot besichtigt
werden. Die mit Mineralstoffen angereicherte Luft und das
besondere Mikroklima haben Heilwirkung. Die mikroklimatischen
Parameter der Höhlenluft sind konstant, die Luft ist
staub-, pollen- und allergenfrei, die Luftfeuchtigkeit hoch.
Das mineralstoffreiche Thermalwasser wird bei verschiedenen
Leiden empfohlen. Höhle und Thermalwasser machten aus
dem erstmals 1272 urkundlich erwähnten Tapolca einen
gefragten Kurort.

Tihany
Die Halbinsel reicht 5 km weit in den See hinein, ist 5 km
lang und 3,5 km breit und seit fast 1000 Jahren bewohnt. Von
der 1055 gestifteten Benediktinerabteikirche
blieb nur die Krypta mit dem Grab von König Andreas I.
erhalten. Die Gründungsurkunde der Abtei ist das
erste schriftliche Zeugnis mit einigen Worten in ungarischer
Sprache. In der Barockkirche befindet sich das Grab
von König Andreas I., im Benediktinerkloster das Abteimuseum
(I. András tér 1) mit dem Lapidarium. Das Freilichtmuseum
(Batthyány Lajos u. 36) zeigt Häuser aus dem 18.
Jahrhundert und das Töpferhaus (Pisky sétány
9) im alten Ortsteil Ófalu. Seit 1952 ist Tihany Landschaftsschutzgebiet.
Sehenswert sind die Basaltfelsen und die
Mönchsbehausungen, aber auch Mandelbäume
und Lavendelfelder am Csúcs-Berg.
Am Hafen legen die Fähren ab und erreichen Szántód
am Südufer.

Zalakaros
ist einer der jüngsten Kurorte Ungarns. Bei Erdölbohrungen
fand man 1962 ganz zufällig Thermalwasser:
Aus 2300 Metern Tiefe schießen heute pro Minute 830
Liter Thermalwasser an die Erdoberfläche. Das Wasser
ist 96°C (Termál u. 4) heiß und versorgt
eines der neuesten Heilbäder Ungarns. Bei Rheuma, Erkrankungen
des Bewegungsapparates, neurologischen Problemen und chronischen
gynäkologischen Beschwerden bringt es Linderung. Zalakaros
liegt unweit des Vogelschutzreservates Kis Balaton, wo über
300 nistende Vogelarten und Tausende von Zugvögeln beobachtet
werden können.

Zamárdi
Viele Gebäude (Fő u. 120, 129) sind volkstümliche
Baudenkmäler. Man sollte ein typisches Landhaus besichtigen
(Fő u. 83). Auch im Hinterland des Balatonsüdufers
findet man Naturschönheiten, historische und kulturelle
Werte.

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