
Im Nordosten des Landes wurde 1985 auf der ungarischen Seite des Gömör-Tornai-Karsts (heutige Bezeichnung: Aggteleker Höhlen und Slowakisches Karstgebiet) mit einer Reihe von Natur- und Kulturschätzen, auf einer Fläche von
20.000 Hektar, der Nationalpark Aggtelek gegründet. Die UNESCO hat das Höhlensystem von Aggtelek 1995 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Der Nationalpark des Balaton-Oberlandes wurde im Jahre 1997 mit einer Fläche von 56 000 ha gegründet. Die Halbinsel Tihany, Trägerin des Europa-Diploms, die Becken von Pécsely und Káli, das Tapolca-Becken mit den durch vulkanische Aktivität entstandenen Zeugenbergen, das Keszthely-Gebirge und die Sumpfwelt des Klein-Balaton sind Teile des Nationalparks. Außerdem gehören drei Landschaftschutzgebiete - die Wälder des Hoch-Bakony, der vulkanische Berg Somló und der unregulierte Grenzfluss Mura - sowie zahlreiche kleinere Naturschutz- und "Natura 2000"-Gebiete zur Direktion des Nationalparks.

Seit 1. Januar 1977 sichert der Nationalpark Bükk Schutz und Hege des natürlichen Pflanzen- und Tierbestandes des Bükk–Gebirges wie auch die Wahrung der geologischen, landschaftlichen und kulturellen Werte dieser Region. 97% des
43 200 Hektar großen Gebietes inmitten des Bükk–Gebirges sind bewaldet. Aufgrund der durchschnittlichen Höhe der einzelnen Berge gilt Bükk als
höchste Gebirgslandschaft Ungarns. Die Gipfel dieses Kalksteingebirges ragen über 900 m in den Himmel. 40 km2 groß ist die
Hochebene des Bükk–Gebirges, welche sich in der Umgebung des Letten-Schiefergebietes präsentiert. Auf der Hochebene findet man geologische Merkmale der Karstoberfläche, wie Karstlöcher, enge Senken, Dolinen, hohe Felsrücken und tiefe Schluchten, Bergwiesen und Höhlen. Die
Randgipfel der Hochebene werden im Volksmund "Steine" (kő)enannt. Von den "Steinen"
Három-kő, Tar-kő, Vörös-kő, Cserepes-kő, Bél-kő usw. hat man eine wunderbare Fernsicht.

Das Verwaltungsgebiet der 1996 gegründeten Direktion des Nationalparks Donau–Drau erstreckt sich über die
Komitate Baranya, Somogy und Tolna beziehungsweise auf das Gebiet der seichten Donau und zu einem geringen Teil auf das Komitat
Bács–Kiskun. In dieser großen Region sorgen neben dem Nationalpark weitere 4 Landschaftsschutzgebiete und 16 Naturschutzgebiete für Hege, Pflege und Erhaltung der Naturschätze. Der zum Nationalpark gehörende Donauabschnitt verläuft von
Bogyiszló bis zur Staatsgrenze, während sich das Draugebiet von
Őrtilos bis
Matty erstreckt.

Der Nationalpark Donau–Ipoly wurde am 28. November 1997 gegründet. Sein zentraler Teil besteht aus der malerisch anmutenden Gegend des Donauknies sowie
Pilis-, Börzsöny– und Visegráder Gebirge. Auch bestimmte Teile des
Ipoly–Tales und der
Szentendre–Insel gehören dazu.

Der im Jahre 1991 gegründete Nationalpark umfasst die erhalten gebliebenen Sumpf- und Moorgebiete in der Umgebung des
Neusiedler Sees und der
Hanság sowie die wertvollsten Überschwemmungsgebiete des
Répce–Flusses. Die Gesamtfläche beträgt 23 587 Hektar. Das Verwaltungszentrum ist die
"Reiherburg" (Kócsagvár) in
Sarród.

Hortobágy ist die größte, zusammenhängende, natürliche Grassteppe Europas. Hier entstand 1973 der
erste und größte ungarische Nationalpark. Das gesamte ursprüngliche Gebiet des Nationalparks (52 000 Hektar) ist ein Biosphärenreservat, ein Viertel der Fläche ist eine international anerkannte und geschützte Lebensstätte der Wasservögel.

Der über abwechslungsreiche landschaftliche und geschichtliche Dimensionen verfügende Nationalpark liegt in einem Gebiet zwischen
Donau und
Theiß. Er entstand im Jahre 1975 und er erreicht eine Fläche von annähernd 500 km². Der 9 Gebietseinheiten umfassende Nationalpark mit der Struktur, die einem Mosaik ähnelt, weist im ungarischen Teil,
der Batschka, Alkaliböden, weite Horizonte, Sandrücken mit welliger Oberfläche, Sümpfe, Moorgebiete ohne Abfluss, feuchte Wiesen, tote Zweige entlang der
Theiß sowie von
Löss bedeckte Dünenlandschaften auf.

Am 16. Januar 1997 wurde der Nationalpark Körös - Maros als siebenter Nationalpark in Ungarn gegründet. Die wie ein Mosaik ineinander übergehenden Gebietsteile des Parks befinden sich in der südöstlichen Tiefebene auf einer Fläche von 51125 ha, wovon 6419 ha einem besonders hohen Schutz unterliegen. Die wasserreichen Lebensräume des
Kardoskúter Fehértó (Weißer See) und die
Kis Sárrét (Kleine Schlamm-Au) sind hinsichtlich der
Zugvögel von internationaler Bedeutung. Bis auf 3283 ha fallen die übrigen Gebiete unter den Schutz der Ramsarer Vereinbarung.

Der Nationalpark Őrség wurde am 8. März 2002 eröffnet. Er hat eine Gesamtfläche von 43.933 Hektar und entstand durch den Zusammenschluss des 1978 gegründeten Landschaftsschutzgebietes der
Őrség und des 1976 entstandenen Landschaftsschutzgebietes von
Szentgyörgyvölgy (Tal des hl. Georg), sowie des Zentralgebietes der Őrség und der geschützten Gebiete des
Rába–Tales. In diesem Gebiet stehen 3.104 Hektar unter verstärktem Naturschutz.