Ungarns südlichstes Donautor ist Schauplatz
des reizvollsten ungarischen Volksbrauches –
des „Buschoumzuges“,
wo inmitten des bunten Treibens anlässlich
des Faschingsfestes der Winter beerdigt und
der nahende Frühling begrüßt wird.
Der Name dieser Stadt ist aber auch mit einem der
größten Schicksalschlägen des Landes
eng verbunden. Es handelt sich hier um die vernichtende
Niederlage auf dem Schlachtfeld von Mohács
am 29. August 1526, bei der etwa 20000 ungarische
Soldaten – unter ihnen auch König Ludwig
II. – fielen. Anschließend begann die
150 Jahre währende Türkenherrschaft. Anlässlich
des 400. Jahrestages der Schlacht wurde aus öffentlichen
Spenden eine Votivkirche im byzantinischen
Stil, die „Gedenkkirche auf dem Schlachtfeld“
am Hauptplatz der Stadt (Széchenyi tér)
errichtet. Im Fundament dieser 3600 Personen Platz
bietenden Kirche wurde aus 3000 ungarischen Gemeinden,
52 Städten und den 25 Höfen der einzelnen
Komitatshäuser zum Gedenken je ein Kilogramm
Erde eingebracht, um damit den nationalen Zusammenhalt
zu symbolisieren. Der Alabasteraltar ist ebenfalls
ein Symbol, mit dem die europäischen Staaten
– nach 450 Jahren – den 150-jährigen,
heldenhaften Widerstand der Ungarn gegen das nach
Westen vordringende Osmanische Reich würdigten.
Im Dorottya-Kanizsai-Museum (Szerb
u. 2) kann man die Geschichte der Stadt und der Schlacht
nachvollziehen.
Im Nationalitätenmuseum (Városház
u. 1) sind gemäß der im Komitat Baranya
lebenden Nationalitäten die Volkstrachten und
die Textilkunst der Kroaten, Serben und Slowenen ausgestellt.
Auf dem Weg in Richtung Sátorhely
erinnert die historische Gedenkstätte
auf dem Türkenhügel an die katastrophale
Niederlage. Die Gitterteile des Eisentores erinnern
an die Knochen der Gefallenen, die Steinrose symbolisiert
das in drei Teile zerlegte Land, der Schwarzkiefernwald
steht in der Richtung, aus der die angreifenden türkischen
Truppen heranstürmten. Der mit 10000 Eiben gesäumte
Garten beherbergt Massengräber, geschnitzte Grabhölzer
sowie eine kriegsgeschichtliche und eine archäologische
Ausstellung.
