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2000 Jahre Badetradition in Ungarn

„Balnea salus – im Bade ist Heil“ sagten die Römer. Schon früh erkannten und nutzten sie die heilende Wirkung der pannonischen Thermalquellen, wie Zeugnisse aus dieser Zeit belegen. Die Türken haben den Grundstein für die seit Jahrhunderten andauernde Erfolgsgeschichte der ungarischen Heilbäder und der Badekultur gelegt. Die erste wissenschaftlich relevante Beschreibung einiger Quellen stammt übrigens aus dem Jahre 1512. Einige der prunkvollen Bäder aus der damaligen Zeit existieren noch heute, die prächtige orientalische Architektur und der Luxus der mittelalterlichen Badehauskultur sind bemerkenswert. Das Bad war einst, wie auch schon bei den Römern, nicht nur Stätte der Reinigung, sondern ein Ort des Wohlbefindens und der Geselligkeit. Das Rudas-Bad in Budapest wurde 1550 von Pascha Mustafa errichtet, die achteckige Schwimmhalle mit der zehn Meter hohen Kuppel ist wie zur Zeit der Türkenherrschaft auch heute nur Männern vorbehalten. Aus der Mitte des 16. Jahrhunderts stammt auch das Király-Bad, das einstige Königsbad von Pascha Arslan, dessen Kuppeln architektonische Meisterwerke sind. Auch die im Herzen der malerischen Altstadt von Eger gelegene Badeanlage geht auf die osmanische Zeit zurück. Während Budapest und Eger schon im Mittelalter bekannte Kurorte waren, wurden die Quellen in der Provinz oft durch Zufall bei Bohrarbeiten erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts erschlossen. Zu den ältesten Bädern gehört das westungarische Hévíz, dessen 4,4 Hektar großer natürlicher Thermalsee der größte von Europa bzw. der zweitgrößte der Welt ist.


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